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Brünnenhof, Bern

Öffentlicher Wettbewerb: 2009
Bauinventar: Erhaltenswert
Fertigstellung: 2015
Bauherr: Stadtbauten Bern
Geschossfläche GF SIA 416: 334 m2
Hauptnutzfläche HNF: 1 m2
Gebäudevolumen SIA 416: 1’022 m3
Baukosten BKP 1+2: CHF 1’458’500.-
Verfasser: Lorenz Frauchiger
Martin Bauer
Architekturfotografie: Dominique Uldry

 

Ausgangslage

In das bestehende Bauernhaus Brünnenhof wurde im Ökonomieteil eine Sportgar­derobe mit den entsprechenden Nebenräumen eingebaut. Da das Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert stammt und denkmalpflegerisch als erhaltenswert eingestuft ist, durften an der Gebäudehülle keine Veränderungen vorgenommen werden, aus­genommen davon sind die neuen Erschliessungen.

 

Bauliche Massnahmen

Das realisierte Projekt resultiert aus dem 2009 durchgeführten Projektwettbewerb für den Neubau der Schule Brünnen mit Tageschule, Primarschule, Kindergärten und Sport­anlage. Ausgegliedert aus dem Raumprogramm der schulischen Nutzungen besetzt der Neubau der Sportgarderoben im Brünnenhof die bis heute schwach genutzten La­gerflächen und kann die neue Nutzung am Ort der Bedürfnisse anbieten. Der Einbau verursacht nur geringe Anpassungen und ist an die Südfassade einzig an zwei neuen Ausgängen erkennbar. Im Innern besetzen die neuen Garderoben den Bereich der alten Stallungen und respektieren so die klare Gliederung der Bauerhaustypologie (Wohnteil, Tennbereich, Stallungen). Unter dem Dach wurde ein zweigeschossiger praktisch quad­ratischer Baukörper im Geviert der bestehenden Aussenwände eingebaut.

 

Material- und Farbkonzept

Der Garderobeneinbau wird als massiver Körper in das bestehende Volumen einge­baut und orientiert sich am materialgerechten Einsatz einfacher Ökonomiebauten mit hoher manueller Belastung. In diesem Sinne werden die Trennwände in Kalks­andsteinen gemauert und ergeben so auch gleich die fertige Wandoberfläche. Wo nötig werden diese aufgrund der Spritzwasserbelastung in den Duschen mit Fein­steinzeugplatten verkleidet. Der Materialgerechte Einsatz zeigt sich auch in allen Schreinerarbeiten, wo ausschliesslich geoeltes Eichenholz mit hoher Wiederstands­fähigkeit zum Einsatz kommt. Als einziges Element ohne eigene Materialfarbe wer­den die Polyurethan-Böden im einem flaschengrünen Farbton eigebracht. Die so er­zeugte Raumstimmung wird der temporären Nutzung mit wechselndem Publikum gerecht, die weder Wohnlichkeit ausstrahlen, noch zum verweilen einladen soll.